So arbeiten wir
Internationale Beschaffung ist mehr als die Suche nach einem Lieferanten und den Vergleich von Preisen. Ein belastbarer Beschaffungsprozess muss technische Anforderungen, Lieferanteninformationen, kommerzielle Bedingungen, Produktionsstatus, Qualitätskontrollen und Lieferkoordination zusammenführen. ArcMoni unterstützt europäische Industrieunternehmen als zusätzliche operative Beschaffungs- und Supplier-Management-Funktion. Wir arbeiten auf der Seite des Käufers. ArcMoni übernimmt operative Beschaffungsarbeit und schafft Transparenz; der Käufer behält die Entscheidungs- und Freigabehoheit. Der Prozess lässt sich auf hoher Ebene so zusammenfassen: DEFINE → SOURCE → VERIFY → COMPARE → BUYER APPROVAL → MONITOR → INSPECT → DELIVER Nicht jede Stufe ist in jedem Projekt erforderlich, und der Ablauf ist nicht immer linear. Der konkrete Projektumfang wird anhand Ihrer RFQ, des Produkts, des Beschaffungsmarkts und der erforderlichen Kontrollstufen definiert. Nicht jedes Projekt benötigt jeden Schritt. Unser Ziel ist ein strukturierter Prozess, in dem relevante Informationen gesammelt, Aussagen soweit vereinbart überprüft, Abweichungen sichtbar gemacht und Entscheidungen an den richtigen Punkten dem Käufer vorgelegt werden.
Ihre RFQ ist der Ausgangspunkt
Wir beginnen nicht mit einem Produktkatalog und nicht mit einer allgemeinen Liste angeblich geeigneter Lieferanten. Wir beginnen mit Ihrer Anforderung. Je vollständiger die RFQ, desto gezielter kann der Beschaffungsprozess aufgebaut werden. Abhängig vom Produkt können beispielsweise erforderlich sein:
- Produktbeschreibung
- Zeichnungen
- technische Spezifikationen
- Werkstoffe
- Normen
- Mengen
- Jahresbedarf
- Fertigungsverfahren
- Qualitätsanforderungen
- erforderliche Dokumentation
- Prüfanforderungen
- Verpackung
- gewünschter Liefertermin
- Lieferort
- vorhandene Angebote oder Lieferanten, soweit relevant
Bei Maschinen und Anlagen können zusätzliche Informationen zu Anwendung, Leistung, Kapazität, Schnittstellen und Lieferumfang erforderlich sein. Bei Chemikalien und Industrieölen können unter anderem Produktidentität, Spezifikation, Konzentration, Anwendung und erforderliche Produktdokumentation relevant sein. Bei Zeichnungsteilen bilden Zeichnungen und technische Anforderungen die Grundlage der Herstellerrecherche. Keine belastbare Beschaffung ohne belastbare Anforderung.
Projektumfang & Beschaffungsstrategie definieren
Nach Sichtung der verfügbaren Informationen wird festgelegt, welche Unterstützung für das konkrete Projekt erforderlich ist. Dabei können beispielsweise folgende Fragen relevant sein:
- Wird ein neuer Lieferant gesucht?
- Wird eine Alternative zu einem bestehenden Lieferanten benötigt?
- Soll eine Second Source aufgebaut werden?
- Gibt es bereits potenzielle Lieferanten, die geprüft werden sollen?
- Welche Beschaffungsmärkte sind relevant?
- Ist ein Lieferantenaudit erforderlich?
- Sind Muster oder Erstteile sinnvoll?
- Soll die Produktion nach Auftragserteilung überwacht werden?
- Ist eine Zwischenprüfung erforderlich?
- Soll vor dem Versand eine Pre-Shipment Inspection stattfinden?
- Welche Dokumentation muss vor Bestellung oder Versand vorliegen?
Aus diesen Anforderungen ergibt sich der Projekt-Scope. ArcMoni setzt nicht automatisch jede verfügbare Kontrollstufe ein. Die Maßnahmen sollten zum tatsächlichen Beschaffungsrisiko und zur Bedeutung des Projekts passen.
Lieferanten & Hersteller recherchieren
Wenn neue Bezugsquellen benötigt werden, recherchiert ArcMoni potenzielle Lieferanten anhand der definierten RFQ. Je nach Projekt kann die Suche Hersteller in Europa, China, der Türkei oder Indien umfassen. Dabei steht nicht die Anzahl gefundener Unternehmen im Vordergrund. Entscheidend ist deren Relevanz für die konkrete Anforderung. Die Recherche kann unter anderem berücksichtigen:
- Produkt- und Branchenrelevanz
- Fertigungsprozesse
- Werkstoffe
- technische Möglichkeiten
- verfügbare Produktionsinformationen
- Mengen und Kapazitätsangaben
- Dokumentationsfähigkeit
- kommerzielle Rahmenbedingungen
- Interesse an der konkreten Anfrage
Ziel ist, aus einem breiten Markt eine überschaubare Gruppe potenziell relevanter Kandidaten zu entwickeln.
Lieferanten vorauswählen
Nicht jeder identifizierte Anbieter sollte automatisch eine vollständige RFQ erhalten oder in die nächste Prüfungsstufe aufgenommen werden. In einer ersten Vorauswahl können offensichtlich ungeeignete Kandidaten ausgeschlossen werden. Je nach Projekt können beispielsweise betrachtet werden:
- grundsätzliche Produktrelevanz
- Fertigungsmöglichkeiten
- Mindestbestellmengen
- technische Reaktionsfähigkeit
- Lieferfähigkeit
- dokumentierte Herstellerinformationen
- kommerzielle Rahmenbedingungen
Eine Lieferantenvorauswahl ist noch keine vollständige Lieferantenprüfung. Sie reduziert zunächst den Kandidatenkreis für die weitere Bearbeitung.
RFQ an relevante Lieferanten senden
Ausgewählte Kandidaten erhalten eine möglichst konsistente Anfrage. Das ist wichtig, weil Angebote nur dann sinnvoll verglichen werden können, wenn Lieferanten auf eine vergleichbare technische und kommerzielle Grundlage reagieren. ArcMoni kann:
- RFQ-Unterlagen koordinieren
- Lieferanten ansprechen
- Eingang der Anfrage nachverfolgen
- Rückfragen sammeln
- fehlende Informationen koordinieren
- Angebotsstände verfolgen
- überarbeitete Angebote anfordern
Bei technischen Rückfragen fungiert ArcMoni als Koordinationsstelle zwischen Lieferant und Käufer. Technische Entscheidungen verbleiben beim Kunden.
Lieferanteninformationen prüfen
Ein Angebot beantwortet die Frage: Was bietet der Lieferant an? Es beantwortet nicht automatisch: Wer ist der Lieferant und welche seiner Angaben können bestätigt werden? Deshalb kann nach der ersten Auswahl eine strukturierte Lieferantenprüfung erforderlich sein. Abhängig vom vereinbarten Scope kann ArcMoni beispielsweise untersuchen:
- Unternehmensidentität
- aktiven Unternehmensstatus
- kommerzielle Identität
- Hersteller- oder Händlerstatus
- Beziehung zum Produktionsstandort
- verfügbare Fertigungsnachweise
- relevante Dokumentation
- Zertifikate
- Angebotsinformationen
- Vertragspartner
- Zahlungsinformationen, soweit relevant
- wesentliche Unstimmigkeiten
Nicht jede Information besitzt denselben Beweiswert. Deshalb sollte klar unterschieden werden zwischen beispielsweise:
VERIFIZIERT
Information wurde mit einer für den jeweiligen Sachverhalt geeigneten Quelle oder Methode bestätigt. Die konkrete Verifikationsgrundlage sollte dokumentiert werden.
VOR ORT FESTGESTELLT
Ein Sachverhalt wurde während einer vereinbarten Vor-Ort-Prüfung festgestellt.
DOKUMENT GEPRÜFT
Ein bestimmtes Dokument wurde eingesehen beziehungsweise geprüft.
ANGABE DES LIEFERANTEN
Die Information stammt vom Lieferanten und wurde nicht unabhängig bestätigt.
NICHT VERIFIZIERT
Eine relevante Information konnte mit den verfügbaren Mitteln nicht ausreichend bestätigt werden.
Diese Unterscheidung hilft dem Käufer zu erkennen, worauf eine Beschaffungsentscheidung tatsächlich basiert.
Lieferantenaudit, wenn eine Vor-Ort-Bewertung erforderlich ist
Bei bestimmten Projekten reicht eine dokumentenbasierte Lieferantenprüfung nicht aus. Eine Vor-Ort-Bewertung kann zusätzliche Informationen über den tatsächlichen Produktionsstandort und die Fertigungsorganisation liefern. Abhängig vom vereinbarten Audit-Scope können beispielsweise betrachtet werden:
- Produktionsstandort
- relevante Fertigungsprozesse
- Maschinen und Produktionsmittel
- Qualitätskontrollen
- Mess- und Prüfeinrichtungen
- Materialhandling
- Kapazitätsinformationen
- Untervergabe
- relevante Dokumentation
- verfügbare Fertigungsnachweise
ArcMoni kann unabhängige Lieferantenaudits beziehungsweise Werksbewertungen in Europa, China, der Türkei und Indien koordinieren – abhängig von Scope, Standortzugang und den vereinbarten Anforderungen. Ein Audit ist kein universelles Gütesiegel. Es dokumentiert den im vereinbarten Umfang festgestellten Zustand und ersetzt weder die technische Produktfreigabe noch spätere Produktions- und Qualitätskontrollen.
Technische Informationen & Abweichungen strukturieren
Bei industriellen RFQs können Lieferanten unterschiedliche technische Lösungen, Werkstoffe, Komponenten oder Ausführungen anbieten. Ein Angebot mit einem ähnlichen Produktnamen ist deshalb nicht automatisch technisch gleichwertig. ArcMoni kann:
- technische Informationen sammeln
- Lieferantenangaben gegenüberstellen
- Vergleichstabellen vorbereiten
- offene Punkte identifizieren
- Abweichungen sichtbar machen
- technische Rückfragen koordinieren
- überarbeitete Angebote nachverfolgen
ArcMoni übernimmt jedoch keine eigenständige Engineering-Freigabe. Insbesondere entscheiden wir nicht allein über Werkstoffäquivalenz, Zeichnungsänderungen, technische Alternativen, Toleranzabweichungen, Produktauslegung, technische Konformität oder finale technische Abnahme. Diese Entscheidungen bleiben beim Kunden oder dessen entsprechend qualifizierten technischen Spezialisten.
Angebote auf eine vergleichbare Basis bringen
Der niedrigste Preis ist nur dann aussagekräftig, wenn tatsächlich vergleichbare Leistungen angeboten werden. Je nach Beschaffungsprojekt können Angebote unterschiedliche Annahmen enthalten bei:
- technischem Scope
- Werkstoffen
- Komponenten
- Werkzeugkosten
- Mindestbestellmengen
- Prüfungen
- Dokumentation
- Verpackung
- Lieferzeit
- Incoterms
- Zahlungsbedingungen
- Garantiebedingungen
- Ersatzteilen
- enthaltenen und ausgeschlossenen Leistungen
ArcMoni kann diese Unterschiede strukturiert darstellen und offene Punkte mit den Lieferanten klären. Ziel ist nicht, automatisch das günstigste Angebot auszuwählen. Ziel ist, dem Käufer eine belastbarere Grundlage für seine technische und kommerzielle Entscheidung zu geben.
Muster, Prototypen oder Erstteile koordinieren
Bei bestimmten kundenspezifischen Produkten kann vor einer größeren Bestellung eine zusätzliche Freigabestufe sinnvoll sein. Abhängig vom Projekt kann ArcMoni koordinieren:
- Musteranforderung
- Prototypen
- Erstteile
- Lieferantenkommunikation
- Herstellung
- Dokumentation
- Versand
- technische Rückfragen
- Follow-up nach der Kundenprüfung
Die Prüfung und Freigabe erfolgt durch den Käufer oder eine entsprechend qualifizierte Stelle. Eine erfolgreiche Muster- oder Erstteilfreigabe garantiert nicht automatisch, dass jede spätere Serienlieferung fehlerfrei ist.
Kommerzielle Verhandlung unterstützen
Nachdem der technische Scope ausreichend geklärt wurde, kann ArcMoni die kommerzielle Verhandlung unterstützen. Abhängig vom Projekt können beispielsweise verhandelt werden:
- Preis
- Werkzeugkosten
- MOQ
- Zahlungsbedingungen
- Produktionszeit
- Verpackung
- Dokumentation
- Prüfungen
- Inspektionsbedingungen
- Garantiebedingungen, soweit relevant
- Ersatzteile, soweit relevant
- weitere kommerzielle Punkte
Eine Verhandlung sollte nicht ausschließlich auf den Stückpreis reduziert werden. Entscheidend ist der gesamte relevante Lieferumfang. Die endgültige kommerzielle Entscheidung bleibt beim Käufer.
Buyer Decision Gate: Der Käufer wählt den Lieferanten aus
ArcMoni kann Informationen sammeln, strukturieren, prüfen und eine dokumentierte Bewertung beziehungsweise Empfehlung bereitstellen. Die endgültige Lieferantenauswahl bleibt jedoch beim Kunden. Das ist ein zentraler Buyer Decision Gate im ArcMoni-Modell. Der Käufer behält die Kontrolle über:
- technische Freigabe
- Lieferantenauswahl
- Musterfreigabe
- Zeichnungsfreigabe
- Freigabe von Abweichungen
- kommerzielle Verpflichtung
ArcMoni unterstützt die Entscheidung. Wir ersetzen sie nicht.
Bestellung & direkte Zahlungsstruktur
ArcMoni positioniert sich nicht als klassischer Wiederverkäufer, der Produkte beim Hersteller einkauft und anschließend mit einer Handelsmarge an den Kunden weiterverkauft. Im ArcMoni-Modell kann der Käufer Rechnungen des Herstellers, Logistikdienstleisters und anderer externer Leistungserbringer direkt bezahlen. ArcMoni stellt seine vereinbarte Beschaffungs- und Supplier-Management-Leistung separat in Rechnung. Dadurch bleiben Warenwert, externe Leistungen und ArcMoni-Dienstleistung kommerziell voneinander getrennt. Die konkrete Vertrags- und Zahlungsstruktur wird für jedes Projekt festgelegt.
Produktion nach Auftragserteilung nachverfolgen
Eine Bestellung bedeutet nicht, dass der Supplier-Management-Prozess beendet ist. Bei kundenspezifischer Fertigung können definierte Produktionsmeilensteine nachverfolgt werden. Abhängig vom Projekt können beispielsweise relevant sein:
- Materialbereitstellung
- Werkzeugstatus
- Produktionsstart
- Fertigungsmeilensteine
- Produktionsfortschritt
- offene technische Punkte
- gemeldete Abweichungen
- vereinbarte Korrekturmaßnahmen
- geplante Fertigstellung
- Verpackungsbereitschaft
ArcMoni kann diese Informationen nachverfolgen und relevante Abweichungen dokumentieren. Vom Lieferanten bereitgestellte Fotos, Videos, Berichte und Dokumente bleiben Lieferanteninformationen, solange sie nicht zusätzlich unabhängig bestätigt wurden. Produktionsüberwachung ersetzt keine physische Qualitätsprüfung.
Zusätzliche Inspektionen dort einsetzen, wo sie sinnvoll sind
Abhängig von Produkt und Projekt können zusätzliche physische Kontrollen erforderlich sein. Dazu können beispielsweise gehören:
- Zwischenprüfung während der Fertigung
- definierte Qualitätskontrollen
- Funktionsprüfungen, soweit vereinbart
- Pre-Shipment Inspection
Der konkrete Prüfumfang sollte vorab festgelegt werden. Mehr Inspektionen bedeuten nicht automatisch bessere Beschaffung. Entscheidend ist, die geeignete Kontrolle am richtigen Punkt des Prozesses einzusetzen.
Pre-Shipment Inspection vor dem Versand
Vor dem Versand kann eine unabhängige Inspektion einen zusätzlichen Entscheidungspunkt schaffen. Abhängig vom Produkt und der vereinbarten Checkliste können beispielsweise geprüft werden:
- Produktidentität
- Menge
- sichtbarer Zustand
- ausgewählte Abmessungen
- Funktion, soweit vereinbart und praktisch prüfbar
- Kennzeichnung
- Verpackung
- verfügbare Dokumentation
- weitere definierte Kriterien
Der Inspektionsbericht dokumentiert, was tatsächlich geprüft wurde und welche Abweichungen festgestellt wurden. Eine Stichprobenprüfung bedeutet nicht, dass jede einzelne Einheit vollständig geprüft wurde. Die endgültige Abnahme- beziehungsweise Versandentscheidung bleibt beim Kunden.
Liefer- & Logistikinformationen koordinieren
Wenn die Ware versandbereit ist, müssen Hersteller, Käufer und beauftragte Logistikpartner über die erforderlichen Informationen verfügen. Abhängig vom Projekt kann ArcMoni beispielsweise koordinieren:
- Versandbereitschaft
- Packstückinformationen
- Abmessungen
- Gewicht
- Abholort
- Verpackungsinformationen
- Packlisten
- lieferantenseitige Dokumentation
- Kommunikation zwischen Lieferant und Logistikpartner
ArcMoni ersetzt dabei nicht Spediteure, Zollagenten oder andere spezialisierte Logistikdienstleister. Zolltarifierung, Einfuhrformalitäten, Transport-Compliance und andere spezialisierte regulatorische Aufgaben bleiben bei den jeweils verantwortlichen Fachparteien.
Unterstützung endet nicht automatisch mit dem Versand
Bei Bedarf kann ArcMoni auch nach dem Versand beziehungsweise der Lieferung als Kommunikations- und Supplier-Management-Schnittstelle unterstützen. Dazu können abhängig vom vereinbarten Scope beispielsweise gehören:
- offene Dokumentation
- Lieferantenrückfragen
- dokumentierte Abweichungen
- Follow-up zu vereinbarten Korrekturmaßnahmen
- Reklamationskommunikation
- Ersatz- oder Nachlieferungskoordination
- Vorbereitung weiterer Bestellungen
- Suche nach zusätzlichen oder alternativen Lieferanten
ArcMoni kann die Kommunikation und Maßnahmenverfolgung unterstützen. Wir können jedoch nicht garantieren, dass ein externer Lieferant jede Forderung akzeptiert oder jedes Problem vollständig beseitigt.
Beschaffungsprozess mit klaren Buyer Decision Gates
Der ArcMoni-Prozess kann vereinfacht so dargestellt werden: RFQ → Scope definieren → Lieferantenrecherche → Vorauswahl → RFQ & Angebote → Lieferantenprüfung → Audit, falls erforderlich → technischer & kommerzieller Vergleich → Muster / Erstteil, falls erforderlich → Verhandlung → Lieferantenauswahl durch den Käufer → Bestellung → Produktionsüberwachung → Inspektionen, falls erforderlich → Pre-Shipment Inspection → Lieferkoordination → Post-Delivery Supplier Support Nicht jedes Projekt durchläuft jede Stufe. Der tatsächliche Prozess wird an die Beschaffungsanforderung angepasst.
Was ArcMoni prüft – und was ArcMoni nicht entscheidet
Eine klare Rollenverteilung ist für industrielle Beschaffung entscheidend.
ArcMoni kann
- Lieferanten recherchieren
- Informationen sammeln
- Informationen soweit vereinbart verifizieren
- Lieferantenkommunikation koordinieren
- Unternehmens- und Fertigungsinformationen strukturieren
- Angebote vergleichen
- Abweichungen sichtbar machen
- Lieferantenaudits koordinieren
- Verhandlungen unterstützen
- Produktionsinformationen nachverfolgen
- Inspektionen koordinieren
- Dokumentation nachverfolgen
- Logistikinformationen koordinieren
- dokumentierte Empfehlungen bereitstellen
Der Käufer entscheidet
- ob ein Lieferant technisch freigegeben wird
- ob ein alternativer Werkstoff akzeptabel ist
- ob eine Zeichnungsänderung akzeptiert wird
- ob ein Muster freigegeben wird
- ob eine Abweichung akzeptiert wird
- welcher Lieferant ausgewählt wird
- ob eine Bestellung erteilt wird
- ob die Ware final akzeptiert wird
Diese Trennung erhält die technische und kommerzielle Entscheidungsautorität des Kunden und schafft Klarheit über die Rolle von ArcMoni.
Evidence statt Annahmen
Ein zentraler Grundsatz unserer Arbeitsweise ist die Trennung zwischen Behauptung und Nachweis. Ein Lieferant kann beispielsweise erklären:
- „Wir sind der Hersteller."
- „Wir haben diese Maschine."
- „Wir können diese Toleranz fertigen."
- „Dieses Zertifikat ist gültig."
- „Die Produktion ist zu 80 % fertig."
- „Die Ware entspricht der Zeichnung."
Solche Aussagen können für den Beschaffungsprozess relevant sein. Sie sind jedoch nicht automatisch unabhängig bestätigt. Deshalb sollte bei wichtigen Entscheidungen klar sein: Was wurde vom Lieferanten erklärt? Welche Dokumente wurden eingesehen? Was wurde unabhängig verifiziert? Was wurde vor Ort festgestellt? Was wurde physisch geprüft? Was konnte nicht verifiziert werden? Welche Entscheidung bleibt beim Kunden? Diese Transparenz ist wichtiger als die Behauptung, ein Lieferant sei einfach „gut" oder „schlecht".
Kontrolltiefe nach Beschaffungsrisiko
Nicht jeder Auftrag benötigt einen Werksaudit, Produktionsüberwachung und mehrere Inspektionen. Ein standardisiertes Produkt eines bereits bekannten Lieferanten kann einen anderen Kontrollumfang benötigen als:
- eine neue kundenspezifische Maschine
- ein kritisches Zeichnungsteil
- ein hoher Erstauftrag bei einem unbekannten Hersteller
- ein Produkt mit komplexen Qualitätsanforderungen
- eine langfristige neue Bezugsquelle
Deshalb sollte der Supplier-Control-Scope proportional zum Projekt sein. Relevante Faktoren können beispielsweise technische Kritikalität, Auftragswert, Lieferantenhistorie, Komplexität, Wiederholungsvolumen, Auswirkungen einer Abweichung, vorhandene Nachweise sowie die Möglichkeit einer späteren Nacharbeit oder Ersatzbeschaffung sein. ArcMoni verfolgt damit keinen Ansatz von „maximaler Kontrolle um jeden Preis". Ziel ist ein angemessener Kontrollumfang für die konkrete Beschaffungsentscheidung.
Unsere Beschaffungsmärkte
ArcMoni unterstützt industrielle Beschaffungsprojekte in:
Europa
Recherche europäischer Hersteller, alternative Bezugsquellen, Second Source und regionale Lieferantendiversifizierung.
China
Herstellerrecherche, Lieferantenprüfung und Supplier Management für industrielle Beschaffungsprojekte in China.
Türkei
Recherche und Koordination türkischer Hersteller als mögliche Bezugsquelle für europäische Industrieunternehmen.
Indien
Herstellerrecherche und Beschaffungsunterstützung für industrielle Bezugsquellen in Indien.
Der Beschaffungsmarkt wird anhand der konkreten RFQ bewertet. ArcMoni bevorzugt nicht grundsätzlich ein bestimmtes Land.
Industrieller Fokus
ArcMoni konzentriert sich auf B2B-Beschaffungsprojekte für industrielle Unternehmen. Unsere aktuellen Schwerpunktbereiche sind:
Metalle, Werkstoffe & Industriekomponenten
Metalle, Halbzeuge, Werkstoffe, Zeichnungsteile und kundenspezifische Industriekomponenten.
Maschinen & Industrieanlagen
Produktionsmaschinen, Industrieanlagen und technische Systeme.
Industriechemikalien & Industrieöle
Definierte Industriechemikalien, chemische Rohstoffe, Industrieöle und Industrieschmierstoffe.
Bergbaumaschinen & Aufbereitungstechnik
Ausgewählte Bergbau-, Brech-, Sieb-, Förder- und Aufbereitungstechnik.
Weitere industrielle Beschaffungsanforderungen können projektbezogen geprüft werden.
Häufig gestellte Fragen
- Muss ein Projekt immer mit einer Lieferantensuche beginnen? — Nein. Wenn der Kunde bereits einen potenziellen Lieferanten hat, kann der Scope beispielsweise mit einer Lieferantenprüfung, einem Audit oder einer anderen vereinbarten Prüfungsstufe beginnen.
- Welche Informationen benötigt ArcMoni für den Start? — Für eine belastbare erste Bewertung benötigen wir möglichst eine vollständige RFQ mit Produktbeschreibung, technischen Unterlagen, Zeichnungen soweit relevant, Mengen und weiteren wichtigen Projektanforderungen.
- Muss jeder Lieferant auditiert werden? — Nein. Ein Audit sollte eingesetzt werden, wenn eine Vor-Ort-Bewertung für die konkrete Beschaffungsentscheidung einen angemessenen zusätzlichen Informationswert bietet.
- Prüft ArcMoni technische Konformität? — ArcMoni kann technische Informationen sammeln, strukturieren, vergleichen und Abweichungen sichtbar machen. Die endgültige technische Bewertung und Freigabe bleibt beim Kunden beziehungsweise dessen qualifizierten technischen Spezialisten.
- Wählt ArcMoni den Lieferanten für den Kunden aus? — ArcMoni kann Lieferanten recherchieren, prüfen, vergleichen und eine dokumentierte Empfehlung bereitstellen. Die endgültige Lieferantenauswahl bleibt beim Kunden.
- Bezahlt ArcMoni den Hersteller? — Im ArcMoni-Modell kann der Käufer den Hersteller und andere externe Leistungserbringer direkt bezahlen. ArcMoni stellt die vereinbarte eigene Dienstleistung separat in Rechnung. Die konkrete Vertrags- und Zahlungsstruktur wird projektbezogen vereinbart.
- Garantiert eine Lieferantenprüfung, dass keine späteren Probleme entstehen? — Nein. Lieferantenprüfung, Audit, Produktionsüberwachung und Inspektionen können Risiken reduzieren und die Informationsgrundlage verbessern. Sie können zukünftige Lieferanten-, Produktions-, Qualitäts- oder Logistikprobleme jedoch nicht vollständig ausschließen.
- Kann ArcMoni nur einen Teil des Beschaffungsprozesses übernehmen? — Ja. Der Scope kann projektbezogen definiert werden. Ein Unternehmen kann beispielsweise nur Lieferantensuche, nur Lieferantenprüfung, ein Audit oder eine Kombination mehrerer Beschaffungs- und Supplier-Management-Leistungen benötigen.
Starten Sie mit Ihrer RFQ
Der erste Schritt ist nicht ein allgemeines Beratungsgespräch über Beschaffung. Der erste Schritt ist Ihre konkrete Anforderung. Senden Sie uns – soweit verfügbar:
- Produktbeschreibung
- Zeichnungen
- technische Spezifikationen
- Mengen
- Jahresbedarf
- Qualitätsanforderungen
- erforderliche Dokumentation
- gewünschte Beschaffungsmärkte, falls bereits definiert
- Lieferort
- Zieltermin
- bestehende Lieferanten oder Angebote, falls vorhanden
- bekannte Probleme oder Gründe für die Lieferantensuche
Auf dieser Grundlage können wir den erforderlichen Projektumfang bewerten und die nächsten Beschaffungsschritte definieren.
RFQ senden
Sie suchen einen neuen industriellen Lieferanten, prüfen einen bereits identifizierten Hersteller oder planen ein internationales Beschaffungsprojekt? Senden Sie uns die verfügbaren Anforderungen. RFQ, Zeichnungen, technische Spezifikationen, Mengen und Lieferanforderungen bilden die beste Grundlage, um den passenden Umfang für Lieferantensuche, Lieferantenprüfung und weitere Beschaffungsunterstützung festzulegen.